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Mutig gegen Widerstände

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Tafel 2 der Wanderausstellung Selbstverständlich–Miteinander–Sein

Zeichnung: Ein Plakat mit einem Ausrufezeichen an einem Stock befestigt

Menschen mit Behinderungen in der DDR

»Die Eltern wollten, dass ihre Kinder nicht mehr als krank und nicht förderfähig abgestempelt werden. Sie landeten dann in Alten- und Pflegeeinrichtungen, verwahrt, aber nicht gefördert.«

Hannelore Lüdtke, langjährige Vorstandsvorsitzende des Landesverbands der Lebenshilfe MV

Keine Bildung, keine Förderung

„Unsere Kinder durften nicht zur Schule gehen. Obwohl, das ging ja schon mit der Krippe los. Meine Tochter wurde überall wegen ihrer Mehrfachbehinderung aussortiert.“

Dr. Kathrin Holinski-Wegerich, ehemalige Geschäftsführerin des Landesverbands der Lebenshilfe MV

In der DDR sind Menschen mit Behinderungen systematisch ausgeschlossen.

  • Eine Behinderung wird als Krankheit angesehen. Kinder mit Behinderungen haben kein Recht auf Bildung. Sie dürfen keine normale Schule besuchen. Eltern müssen ihre Kinder selbst unterrichten oder geben sie in eine Fördereinrichtung.
  • Die Fördereinrichtungen sind meistens sehr weit vom Zuhause entfernt. Ihr Unterricht ist auf einem sehr niedrigen Niveau.
  • Menschen mit einer Mehrfachbehinderung gelten als nicht förderfähig.
    Sie werden vollkommen ausgegrenzt.

Isolation – mit 18 ins Altersheim?

  • Im Alter von 18 Jahren müssen alle Menschen mit Behinderungen im Förder-System aufgenommen sein (in einem Rehabilitationszentrum oder einer Fördereinrichtung).
  • Alle anderen werden ins Altersheim oder in die Psychiatrie eingewiesen.
  • Davor haben die Eltern Angst. Deshalb geben sie ihre Kinder in die menschenunwürdigen Verhältnisse in den Rehabilitationszentren.
Zeichnung: Mutter, Vater und Kinder demonstrieren vor einer DDR-Fahne. Sie halten Schilder hoch mit Ausrufezeichen, Fragezeichen und der Schrift Vor 1989.
© Landesverband der Lebenshilfe MV e. V.

Eltern engagieren sich

Einige Eltern wehren sich dagegen. Sie schließen sich zusammen und:

  • machen auf die schlimmen Verhältnisse aufmerksam
    (mit Demonstrationen, politischen Stellungnahmen)
  • geben Fortbildungen für Angehörige
  • unterrichten die Kinder
  • organisieren Betreuungen

In der DDR ist bürgerschaftliches Engagement nicht gern gesehen.

Am Abend der Maueröffnung, am 9.11.1989 in Schwerin, tagt der Runde Tisch der Sozialeinrichtungen und Verbände zum Thema »medizinische und soziale Betreuung – Fürsorge für ältere und behinderte Bürger«.

Im Präsidium sitzen die Kreisärztin, Fürsorger und Fürsorgerinnen, die Parteileitung und die Staatssicherheit. 2 Plätze sind noch frei – die Eltern Hannelore Lüdtke und Stephan Dörfel nehmen Platz.

Der Runde Tisch diskutiert lange, wie Menschen mit Beeinträchtigungen ein besseres Leben führen können.

Ein Abend, der Spuren hinterließ: Die Lebenshilfe Schwerin gründet sich.

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