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Leichte Sprache

Schwere Sprache grenzt viele Menschen aus. Besonders Menschen mit Lernschwierigkeiten verstehen große Texte und komplizierte Worte nicht. In Deutschland gibt es die Leichte Sprache seit fast 20 Jahren. 1994 gab es eine Tagung von der Lebenshilfe. Dort wurde deutlich, es muss Leichte Sprache geben. Dann können Menschen mit Lernschwierigkeiten mehr mitreden.

Die Ursprünge liegen in der „People First“ –Bewegung in den USA der 70er Jahre. 1995 gab es das erste Buch in Leichter Sprache. Der Titel lautet „Wir vertreten uns selbst“ *. Das Buch war für Selbsthilfegruppen mit Lernschwierigkeiten geschrieben. 1997 gab es die Gruppe „Wir vertreten uns selbst“. Daraus wurde der Verein „Mensch zuerst“. Dieser Verein schrieb das 1. Wörterbuch für Leichte Sprache. Inzwischen gibt es Wörterbücher für Leichte Sprache, die man direkt im Internet nutzen kann.

Seit 2006 gibt es ein „Netzwerk Leichte Sprache“. Das ist seit 2013 ein Verein für deutsche Leichte Sprache. Mitglieder sind aus Deutschland, Österreich, Südtirol, der Schweiz und Luxemburg. Auch in vielen anderen Ländern gibt es Leichte Sprache. Zum Beispiel in Schweden oder Großbritannien. In Schweden heißt Leichte Sprache „Lätt Läst“. In Großbritannien heißt Leichte Sprache „Easy to read“.

Seitdem ist einiges passiert. Büros und Vereine arbeiten mit Leichter Sprache. Es gibt Übersetzungen und Schulungen über Leichte Sprache. Die Verbreitung und Anwendung muss aber weiter vorankommen. Besonders gebraucht werden Kurzfassungen als Beilage in den Zeitungen, bei der Veröffentlichung von Gesetzen. In der Politik muss Leichte Sprache für das Verstehen und Mitreden-Können sorgen.

Leichte Sprache ist eine sehr leicht verständliche Sprache. Man kann sie sprechen und schreiben. Für Leichte Sprache gibt es feste Regeln. Hier sind einige Regeln:

  • Benutzen Sie einfache Wörter.
  • Schreiben Sie keine Abkürzungen.
  • Vermeiden Sie Rede-Wendungen.
  • Vermeiden Sie hohe Zahlen.
  • Schreiben Sie kurze Sätze.
  • Schreiben Sie alles zusammen, was zusammen gehört.
  • Lassen Sie genug Abstand zwischen den Zeilen.
  • Machen Sie viele Absätze und Überschriften.
  • Benutzen Sie Bilder.

Und die wichtigste Regel ist: Lassen Sie den Text immer prüfen.

Prüfer und Prüferinnen sind immer Menschen mit Lernschwierigkeiten. Nur sie können wirklich sagen, ob sie den Text gut verstehen.


* "Wir vertreten uns selbst". Entwicklung und Unterstützung von People-First-Gruppen in Deutschland, Taschenbuch – 2001 von Adrian Kniel und Matthias Windisch (Hrsg.)

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